§ 27 NBauO

Wände und Stützen

(1) Wände müssen die für ihre Standsicherheit und Belastung nötige Dicke, Festigkeit und Aussteifung haben und, soweit erforderlich, die bauliche Anlage aussteifen. Sie müssen ausreichend sicher gegen Stoßkräfte sein.

(2) Wände müssen gegen aufsteigende und gegen eindringende Feuchtigkeit hinreichend geschützt sein.

(3) Wände müssen, soweit es der Brandschutz unter Berücksichtigung ihrer Beschaffenheit, Anordnung und Funktion erfordert, nach ihrer Bauart und durch ihre Baustoffe widerstandsfähig gegen Feuer sein. Dies gilt auch für Bekleidungen und Dämmschichten.

(4) Tragende Wände und aussteifende Wände müssen im Brandfall ausreichend lang standsicher sein.

(5) Für Stützen gelten die Absätze 1 bis 4 sinngemäß.

Auszug aus der Gesetzesbegründung
Landtagsdrucksache 16/3195 – Entwurf der Landesregierung

Zu den §§ 27 bis 32:

Die Vorschriften der §§ 27 bis 32 behandeln die gleichen Hauptbauteile von Gebäuden, wie die §§ 30 bis 32 a. F., sie sind jedoch mit neuer Gliederung, neuen Überschriften und in ihrem Inhalt dem neuen Brandschutzkonzept der Musterbauordnung und den Landesbauordnungen, die dies bereits umgesetzt haben, angeglichen worden. Nach diesem Konzept werden alle für den Brandschutz wesentlichen Bauteile jeweils mit ihren Schutzzielen im Brandfall im Gesetz benannt. Das Schutzziel enthält jeweils zwei Elemente: die vom Bauteil verlangte Funktion im Brandfall (z. B. Standsicherheit, Feuerwiderstandsfähigkeit) und die zeitliche Dauer (ausreichend lang). Entsprechende Schutzzielformulierungen sind in die bisherigen Vorschriften oder, soweit die Bauteile bisher nicht gesondert behandelt wurden, mit neuen Paragrafen eingefügt worden. Für die bisher nicht benannten Außenwände, Trennwände und Brandwände waren Brandschutzanforderungen in den Verordnungen aufgrund dieses Gesetzes bisher nur auf die Vorschriften der §§ 20 (Brandschutz) und 30 (Wände, Pfeiler, Stützen) a. F. gestützt.

Das Schutzziel gibt jeweils den allgemeinen Regelungszweck vor, der durch Brandschutzanforderungen der Verordnungen zur Niedersächsischen Bauordnung je nach Gebäudenutzung, Gebäudeklasse und Fallgestaltung konkretisiert wird. Entsprechend ist das Schutzziel auch bei Einzelfallentscheidungen über Abweichungen (s. zu § 66) zu berücksichtigen“ (LT/DS 16/3195, S. 79).

Zu § 27:

§ 27 enthält wie § 30 a. F. die grundsätzlichen Anforderungen an Wände und Stützen. Absatz 1 ist unverändert geblieben. Absatz 2 entspricht § 30 Abs. 2 Satz 1 a. F.; die Anforderung an Außenwände in § 30 Abs. 2 Satz 2 a. F. ist in § 28 übernommen worden. Der neue Absatz 3 entspricht dem Absatz 4 a. F. Absatz 3 a. F. ist entfallen, da diese Anforderung – Schutz gegen Gase oder Dünste – für die gemeinten besonderen Räume wie Garagen, Heizräume und Labors bereits aus der Schutzzielanforderung in § 13 zu entnehmen ist.

Der neu eingefügte Absatz 4 enthält für tragende und aussteifende Wände die dem neuen Brandschutzkonzept entsprechende Schutzzielanforderung (siehe Begründung zu den §§ 27 bis 32) für den Brandschutz.

Die Absätze 5 und 6 a. F. entfallen hier. Die Anforderungen in Absatz 5 a. F. befinden sich nun in § 30; die Anforderungen in Absatz 6 a. F. über die Wärme- und Schalldämmung sind als grundsätzliche Anforderung in § 15 enthalten.

Absatz 5 entspricht Absatz 7 a. F.“ (LT/DS 16/3195, S. 79).